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... am 08. September 1918 geboren
Die Enkelin eines Seifenfabrikanten begann als Kind am Theater
Klagenfurt, nahm dann Schauspielunterricht in Wien, wurde ans Theater an
der Wien geholt und Otto Falckenberg nahm sie an die Münchener
Kammerspiele.
1938 war sie im Luis-Trenker-Film 'Der Berg ruft' mit Lucie Höflich,
Blandine Ebinger, Lotte Spira, Maria Koppenhöfer, Ernst Legal und Walter
Franck.
1939 spielte sie die Marie neben Attila Hörbiger als Landstreicher Silo
in 'Strom und Steppe' in der Regie von Géza von Bolváry.
1940 folgte 'Die Geierwally' mit Winnie Markus.
1941 in 'Ich klage an', der die Bevölkerung auf die Euthanasie-Aktionen
der Nazis einstimmen sollte. Dabei waren: Paul Hartmann, Mathias Wieman,
Margarete Haagen, Harald Paulsen, Albert Florath, Ilse Fürstenberg, Hans
Nielsen, Franz Schafheitlin, Erich Ponto und Just Scheu.
Der Film erhielt das Präsikat:
künstlerisch besonders wertvoll, volksbildend
1942 in 'Der große Schatten' in der Regie von Paul Verhoeven neben
Heinrich George, Will Quadflieg
Ernst Schröder und Ernst Legal.
Im gleich Jahr engagierte sie
Gustaf Gründgens an das Preußische Staatsschauspiel in Berlin.
Goebbels sah sie 'Von einer ganz neuen Schönheit'.
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Nach dem Krieg wurde ihr die Mitwirkung am Euthanasie-Film zur
Last gelegt und sie mit einem Drehverbot bestraft, das erst 1949
wieder aufgehoben wurde, während Wolfgang Liebeneiner als
Regisseur des Films schon 1947 entnazifiziert wurde.
Theaterspielen durfte sie aber und so sah man sie im Bayerischen
Staatsschauspiel und an der Kleinen Komödie in München sowie am
Thalia Theater in Hamburg, am Renaissance-Theater in Berlin und
ab 1952 am Berliner Schillertheater.
Sie war die Mutter Courage bei Gustaf Gründgens in Düsseldorf,
wo sie bis 1957 zum Ensemble gehörte, sie wirkte nach 1965 in
Hamburg am Deutschen Schauspielhaus bei Oscar Fritz Schuh und
spielte die Medea und die Lady Macbeth am Wiener Burgtheater, in
dem sie bis 1968 wiederholt war und 1984 noch einmal als Gast
auftrat.
Im Film war sie nach dem Krieg in 'Erlebnis einer großen Liebe'
und neben Ewald Balser in 'Sauerbruch – Das war mein Leben'
beschäftigt.
Besonders hervorzuheben die Anna John in Robert Siodmaks
Verfilmung der naturalistischen Tragikomödie 'Die Ratten' von
Gerhart Hauptmann neben Curd Jürgens und Maria Schell.
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Um 'Missverständnisse' zu vermeiden:
Als Zeitungs- / Theater-Abonnent und Abnehmer von voll bezahlten
Eintrittskarten aus dem freien Verkauf verstehe ich
diese Besprechungen und Kommentare nicht als
Kritik um der Kritik willen,
sondern als Hinweis auf - nach
meiner Auffassung - Geglücktes oder Misslungenes.
Neben Sachaussagen enthalten diese Texte auch Überspitztes und
Satire.
Hierfür nehme ich den Kunstvorbehalt nach Artikel 5,
Grundgesetz, in Anspruch.
Dieter Hansing
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