Bremen ist
gescheitert.
Der große Favorit um den Titel 'Kulturhauptstadt 2010'.
Nix war’s mit Braunschweig, Kassel, Halle, Karlsruhe, Potsdam und
Lübeck.
In so schlechter Gesellschaft befindet sich da Regensburg
nicht.
Drücken wir die Daumen für Essen. Oder Görlitz.
Regensburg ist draußen, hat nicht geklappt, andere waren besser.
Wieder eine Niederlage – so würde er selbst es nicht formulieren,
denn der Weg ist ja das Ziel und Regensburg hat in jedem Falle
gewonnen (ja, was denn?) – für den OB. Nach der zweiten
Donaumarktschlappe, Bundesgartenschau- und
Stadt-der-Wissenschaft-Bewerbung-Debakel, nach
Stadion-Erlebniswelt-Flop und der momentanen Ersatz-Brücken-Schlacht
fragt sich Regensburg, ja, was gelingt dem OB denn noch?
Der Bürger fragt sich das, der OB sollte es auch tun.
Schleunigst.
Das zögerliche Gebaren beim Ringen um den Titel Weltkulturerbe indes
stimmt nachdenklich. Wiederholt hat Schaidinger betont, das sei ein
Prädikat, von dem höchstens ein kleiner touristischer Effekt zu
erhoffen sei. Mehr nicht.
Es drängt sich Regensburgern und Außenstehenden der Eindruck auf,
Maxime von Schaidingers politischem Handeln sei die Devise:
'Problem?
Da bau’n wir was, Problem gelöst.'
Und genau das wäre in den 5 Jahren bis 2010 passiert, wäre
Regensburg im Rennen geblieben.
Es stünde eine Mini-Stadthalle auf dem Donaumarkt (kann man ja auch
City-Dome nennen oder Regensburg-'Odeon', so ein Ding an der Donau,
wenn nur die Begriffe RKK und Stadthalle vermieden werden), ein
Museum wäre irgendwo emporgewachsen, Unger hätte seine geliebten
Stadel aus-, an- und umbauen dürfen, Brücken, Straßen, Plätze,
"baut
nur Leute, baut,
kommt alle her und schaut!"
Dem Präsidenten des Bayerischen Städtetags stünde es gut an, mehr
seinem Volk aufs Maul zu schauen.
Unverhohlen wurde gefeixt, die
Schadenfreude ist groß bei vielen, ob des Scheiterns der
2010-Bewerbung.
RMMX – wahr wohl nix! Hubert Feil, Wolf-Peter Schnetz,
Lindinger + Schmid, sie alle haben was bewegt, die Menschen hin zum
Kulturhauptstadtgedanken oder eben weg davon.
Versagt aber haben sie alle.
Regensburg ist gescheitert.
Albern nun die Versuche, das Debakel schön zu reden.
Geopolitische Vorteile, nicht Anstrengung und Qualität, machten
Regensburg zur Bayern-Kandidatin, gescheitert ist Regensburg nun an
sich selbst, d.h. an seinen Volks-Vertretern.
Frau und Herrn Mustermann beim Einkaufsbummel,
dem Weg zur Arbeit
oder Arbeitsamt, ist’s egal.
Man hofft, es kehre wieder Frieden ein und Ruhe.
Und eine Stadt, in der man innerhalb einer Woche zweimal über
Mahnwachen (Wofür? Wogegen?) von Alt- oder Neo-Nazis stolpert, ist
nicht wert, Kulturhauptstadt Europas zu werden.
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