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Ankündigung Theater Regensburg
Oper in drei Akten
Dichtung von Francesco Maria Piave
Musik von Giuseppe Verdi (1813-1901)
In italienischer Sprache mit
deutschen Übertiteln
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Musikalische Leitung: Christoph Heil
Inszenierung: Arila Siegert
Bühne und Kostüme: Marie-Luise
Strandt
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Besetzung
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Violetta Valery |
Theodora Varga |
Flora Bervoix |
Jasmin Etezadzadeh |
Annina, Violettas Dienerin |
Ruth Müller |
Alfred Germont |
Enrico Lee |
Georg Germont |
Adam Kruzel - 30.11.11 / Seymur Karimov |
Gaston |
Cameron Becker |
Baron Douphal |
Patrick Rohbeck |
Marquis de Obigny |
Tobias Hänschke |
Doktor Grenvil |
Ruben Gerson |
Joseph, Diener Violettas |
Christian Schossig |
Ein Diener bei Flora |
Mikhail Kuldyaev |
Ein Kommissionär |
Sang-Sung Lee |
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Violetta Valéry ist
der schillernde Star
der Pariser Demimonde: schön, begehrt und –
was keiner weiß – todkrank. Sie lebt und
liebt die Flüchtigkeit des Lebens: die
rauschenden Feste, die Jagd nach dem Genuss,
die Verführung. Bis der romantische, junge
Alfredo mit seiner glühenden Liebeserklärung
tiefere Gefühle in ihr weckt. Zum ersten Mal
sehnt sich Violetta nach etwas, das ihrem
Leben Dauer zu geben verspricht. Sie beginnt
ein neues Leben, doch die Schatten der
Vergangenheit holen sie ein. Alfredos Vater
verlangt von ihr, sich von seinem Sohn zu
trennen, da diese gesellschaftlich anrüchige
Verbindung der Eheschließung und dem Glück
von Alfredos Schwester im Wege steht.
Verzweifelt willigt Violetta ein und
verzichtet im Wissen um ihren baldigen Tod
auf die einzige Liebe ihres Lebens.
Für „La Traviata“
griff Verdi auf Alexandre Dumas‘
erfolgreiches Schauspiel „La Dame aux
Camélias“ – „Die Kameliendame“ –
zurück, das das Leben der berühmten
Kurtisane Marie Duplessis thematisierte.
Einen derart aktuellen und zeitgenössischen
Stoff jedoch auf der Opernbühne zu zeigen,
war für die damalige Zeit so skandalös, dass
die Handlung bei der Uraufführung am Teatro
La Fenice gegen den Willen des Komponisten
aus der unmittelbaren Gegenwart in die Zeit
um 1700 verlegt wurde.
Verdi entwickelt in
seiner Oper
ein überzeugendes Psychogramm seiner
Titelheldin mit ganz neuen musikalischen
Ausdrucksmitteln. Seine Musik vermeidet
jedes Pathos und fokussiert sich auf die
Ausgestaltung des intimen Dramas: der an
starren gesellschaftlichen Normen
scheiternden Violetta Valéry
Filmausschnitte
http://www.youtube.com/watch?v=sKP0L8bxkCA&feature=player_embedded#!
Änderungen vorbehalten!
Die aktuelle Abendbesetzung erhalten Sie am
Programmheftestand.

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Wer in der Pause
einer Vorstellung im Zuschauerraum bleibt, bekommt eine Menge
mit, was meist nicht inszeniert ist.
Da werden von der Requisiteurin die herumliegenden 'Kamelien'
weggeräumt und links ein Notenpult aufgestellt - der Zuschauer
ahnt, was dann tatsächlich kommt - die Ansage.
Schon im ersten Teil der Vorstellung war klar - das kann nicht
gut gehen.
Aber die Probleme zeigten sich in der Vergangenheit schon beim
Chénier, dann beim Des Grieux, dann beim Cavaradossi, dann beim
Lohengrin, dann beim Kalaf.
Jetzt beim Alfred wurde die Überforderung der Vergangenheit
überdeutlich.
Die Chefdramaturgin des Hauses am Bismarckplatz versuchte die
Unbill auf Weihnachten und das mit dieser Zeit einhergehende
Wetter zu schieben - ein Irrtum, den sie sich selber sicher
eingestand, aber was sollte sie auch sagen.
Doch nicht etwa, wir haben den Sänger entweder überschätzt oder
überfordert.
Nun dürfte diese Situation für die Dame nicht neu gewesen sein,
denn in den zehn Jahren ihres Hierseins erlebte sie ja schon
Herrn H. aus F, der aus Pforzheim mitkam, dann das Problem mit
Herrn S. aus B., der auch von Pforzheim nach Regensburg geholt
wurde und nun die Sache mit Herrn L. aus K..
Ersterer war überlastet, bekam Magenprobleme, das Ende war
abzusehen, den ersten Akt Boheme sang er z.B., dann kam der
zweite Leidtragende des Regensburger Systems, der weitersang und
bald seine Schwierigkeiten mit den Stimmbändern behandeln lassen
musste.
Trotz dieser Kenntnisse über die Umstände war die
Chefdramaturgin an dem bewussten Abend der Meinung, Kälte, Nebel
und Regen 'hat's verschuldet', dass die Tonansätze des Sängers
nicht sauber geführt wurden, dass die Stimme nach oben und unten
unkontrolliert ausschlug - er oktavierte, nahm zurück - eine
Qual für diejenigen, die Ohren haben.
In der Spielzeit soll er noch Dr. Cajus und Aegisth singen.
Hoffentlich hat er etwas G'scheits g'lernt und vielleicht Aktien
von KIA oder Samsung.
Als das Notenpult bereitgestellt wurde, ging der Kenner der
Regensburger Szene im Geiste das Ensemble durch - wer sollte da
einspringen?
Es kam der, der eben mal seinen Gaston zu Ende interpretierte
und dann den Alfred weitersang. Ein Buffo als Alfred - allein
was tut's - er rettete die Vorstellung.
Aber man wird ihm doch nicht jetzt etwa aus Dankbarkeit die
restlichen Vorstellungen am 19. Dezember 2011,
14. Januar, 17. März 2012 geben?
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Die Violetta war in
jeder Hinsicht so kraftvoll, dass sie zum Leiden garnicht kam -
eine gelegentliche Unpässlichkeit vielleicht - sie gefiel dem
Publikum, sie bedankte sich beim Solo-Applaus - faltete sich
zusammen wie einst Anna Pawlowa.
'Die Unverwüstliche' als Annina, sie hebt die Arme, um imaginäre
Vorhänge zu öffnen und um links Licht in das Zimmer zu lassen -
und die Bühne ist voll.
Olga und Orlowski als Flora.
Über alle Zweifel erhaben Vater Germont - ein Bariton wie er zu
wünschen ist - unvergessen sein Zurga, Rigoletto, Mandryka, Posa,
René, Holländer, Wolfram - in den vergangenen Spielzeiten. Er
bleibt wie auch die Doppelbesetzung der Rolle - alle anderen
sind gekündigt.
So wohl auch leider der Renvil.
Nur, der Kündigende führt sich nicht gerade gut bei den hiesigen
Medien ein, lässt von der privaten E-Mail-Adresse seiner neuen
Öffentlichkeitsarbeiterin Informationen über die Besetzung
maßgeblicher Position ab der nächsten Spielzeit verbreiten, dass
man sich fragt:
"Holla, früher gab es für diese
Aktionen Pressekonferenzen und die Aspiranten wurden persönlich
vorgestellt."
Wie meinte ein Redakteur zur Besetzung der Intendantenplanstelle
mit diesem Herrn:
"Das wird nichts!"
Und ein anderer murmelte eingedenk und in Abwandlung des
Schlingensief-Ausspruchs von 2005:
"Ich mach dich fertig Jensilein!"
Das Publikum war an
diesem Abend mit Jugendlichen stark durchsetzt - einige
schliefen mit dem Kopf auf der Balustrade abgelegt, andere
spielten mit ihren Smart-Phones - wenige hörten oder sahen zu,
was sich auf der Bühne tat.
Beim Schlussbeifall führten sie sich dann allerdings auf, als
hätten sie alles mitbekommen - wie auf einem Fußballplatz -
pfeifen, jubeln wie nach einem Tor. Den Sängern gefiel es
verständlicherweise.
Der Dirigent freute sich auch, obwohl er gelegentlich vom
Orchester an verschiedenen Stellen Musik hetzig, hastig spielen
ließ, an denen die SägerInnen - an sich vorgesehen parallel dazu
- nichts von sich gaben.
Aber Klappern gehört eben zum Handwerk!
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