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Thema des Tages:
'Salome'
... am
10. Februar 1896 uraufgeführt.
Das Gefängnis in Reading hatte er verlassen, die Strafe für seine
'homosexuellen Praktiken' - in Wirklichkeit aber dafür, dass er die
englische Gesellschaft mit ihrem Standesdünkel, ihren Vorurteilen und
ihrer Bigotterie in seinen Stücken kritisierte - die zwei Jahre
Zuchthaus und Zwangsarbeit hatte Oscar Wilde überlebt und sich nach
Frankreich zurückgezogen.
Hier entstand 1891 eines der wohl populärsten Werke der Weltliteratur,
das mit Sarah Bernhardt in der Titelrolle im Théatre de l'Œvre zum
ersten Mal gezeigt wurde.
Hedwig Lachmann, die Tochter eines jüdischen Kantors, erstellte eine
hervorragende Übersetzung aus dem französischen Original in die deutsche
Sprache.
Am 4. März 1901 spielte der Akademisch-Dramaturgische Verein in Berlin
in einer Privatvorstellung das Stück, die nächste Aufführung war dann
gemeinsam mit Wildes 'Bunbury' am 15. November 1902 in Berlin - auch
wieder nicht öffentlich.
Am 29. September 1903 war Gertrud Eysoldt in der Titelrolle - die
Herodias war Louise Dumont - bei Max Reinhardt an seinem Neuen Theater
in Berlin.
Das Bühnenbild entwarf mit Max Kruse der Maler Lowis Corinth.
Der damalige Star unter den deutschen Komponisten griff zu dem Werk, das
er in Berlin gesehen hatte.
1905 fand die Uraufführung der 'Salome' von Richard Strauss in Dresden
statt.
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'Salome' von Oscar Wilde basiert auf der Erzählung 'Herodias'
von Gustave Flaubert, die wiederum auf der Bibel fußt.
Umfangreiche Studien ermöglichten Flaubert eine sehr eng an die
Geschichte anliegende Darstellung der Vorgänge.
Wilde entnimmt der Erzählung die Figuren und setzt sie in eine
nächtliche Stimmung am Rand eines Festes, das der Tetrarch
Herodes auf der Terrasse seiner herrschaftlichen Burg veranstaltet.
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