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Thema des Tages:
26. Februar
Willy Dehmel
... wenn sonst kein
Mensch mehr kann /
dann fangen wir erst richtig an.'
Refrain eines Durchhalteliedes aus dem Jahr 1941, dessen
Wortlaut von Willy Dehmel stammte.
Der am 26. Februar 1909 in Berlin Geborene interessierte sich für das
Theater, studierte dessen Geschichte, spielte glänzend Klavier
und war dann ein noch erfolgreicherer Textdichter.
Nachdem er vor 1930 als Begleiter von Stummfilmen in 'Kintopps'
sein Brot verdiente, begann seine Karriere mit dem Tonfilm und
den Texten, die auf Kompositionen seines Vetters Franz Grothe
gesungen wurden.
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Sing mit mir, tanz mit mir ...
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Frühling in Wien, blüht der Jasmin ...
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Ganz leis' erklingt Musik ...
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Guten Tag, liebes Glück ...
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Man kann sein Herz nur einmal verschenken
...
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So schön wie heut', so müsst' es bleiben, so
müsst es bleiben, für alle Zeit ...
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Auf den Flügeln bunter Träume ...
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Wenn ein junger Mann kommt, der weiß
worauf's ankommt, weiß ich, was ich tu' ....
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In der Nacht ist der Mensch nicht gern
alleine, denn die Liebe im hellen
Mondenscheine ...
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Ich zähl' mir's an den Knöpfen ab, ja, nein,
ja, nein ja - ob ich bei dir Chancen hab'
...
Neben diesen noch heute gängigen Texten sollte ab 1939 auch mit
Durchhalteliedern der Bevölkerung der 'Endsieg' suggeriert werden:
Goebbels brauchte bei der verheerenden Kriegsentwicklung -
spätestens von
Anfang 1942 an - Texte, die aufbauten, die Dehmel lieferte, der in diesem Jahr Abteilungsleiter beim Reichsrundfunk
in Berlin wurde.
Nach dem Krieg konnte er seine
Karriere fortsetzen,
war maßgeblich an den musikalischen
Erfolgen der Filme, für die Franz Grothe die Musik schrieb,
beteiligt:
'Das Wirthaus im Spessart' und
'Frauenarzt Dr. med. Hiob Praetorius'
wie auch bei den Veit-Harlan-Nachkriegsfilmen:
'Sterne über Colombo' und
'Die Gefangene des Maharadschas'
Später wurde er im Aufsichtsrat der GEMA tätig, deren Vorsitz Franz Grothe inne
hatte.
Diese von Richard Strauss ins Leben gerufene
Urheberrechtsschutz-Organisation stiftete 1985 einen
Willy-Dehmel-Preis, der an talentierte Texter vergeben wird.
Der
Willy-Dehmel-Preis
wird in Erinnerung
an den Textdichter
Willy Dehmel
(1909-1971) seit
1985 in nunmehr
zweijährigem
Rhythmus von der
GEMA-Stiftung an
Textdichterinnen und
Textdichter
verliehen.
Auszeichnungskriterium
ist, dass „die
Preisträger im Sinne
des Stifters auf dem
Gebiet des
deutschsprachigen
populären Liedes
über ein
erfolgreiches
Gesamtschaffen
verfügen und zum
Ansehen ihres
Berufsstandes
beigetragen haben“.
Es ist nicht
möglich, sich selbst
zu bewerben.
Preisträger:
Hanne
Haller (1985), Irma
Holder (1986), Cora
v. d. Bottlenberg
(1987), Swetlana
Minkow (1987), Fini
Huber-Busch (1989),
Heinz Korn (1991),
Hans Hee (1993),
Hans Bradtke (1995),
Kurt Hertha (1997),
Rudolf-Günter Loose
(1999), Egon Louis
Frauenberger (2001),
Erich Offierowski
(2003), Charlotte
und Werner Raschek
(2005), Robert Jung
(2007), Michael Holm
(2009).
Quelle: GEMA
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Um 'Missverständnisse' zu vermeiden:
Als Zeitungs- / Theater-Abonnent und Abnehmer von voll bezahlten
Eintrittskarten aus dem freien Verkauf verstehe ich
diese Besprechungen und Kommentare nicht als
Kritik um der Kritik willen,
sondern als Hinweis auf - nach
meiner Auffassung - Geglücktes oder Misslungenes.
Neben Sachaussagen enthalten diese Texte auch Überspitztes und
Satire.
Hierfür nehme ich den Kunstvorbehalt nach Artikel 5,
Grundgesetz,
in Anspruch.
Dieter Hansing
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