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Verwaltungsräte scheinen eines zu haben:
ein gutes Gedächtnis, wenn sie sich an nichts erinnern wollen.
Diese Taktik macht bei Politern die Runde, sie lassen in Reden, die
brisanten Inhalt haben, beim Vortrag im letzen Moment das Entscheidende weg
oder können sich vom Grundsatz her nicht mehr erinnern.
Die Medien sind voll solcher Vorgänge - gerade in letzter Zeit.
Besonders interessant, wenn dann in solche Aufsichtsrats- oder Verwaltungsrats-Gremien, Leute
gehoben werden, die von den zu verwaltenden Vorgängen wohl kaum eine Ahnung haben.

09. Mai 2008
Dem
Verwaltungsrat Kommunales Unternehmen
Theater gehören künftig vier
CSU-Stadträte an (Axel Reuter, Josef
Zimmermann, Erich Tahedl und Helgit
Kadlez), zwei SPD-Frauen (Margot Neuner
und Gertrud Maltz-Schwarzfischer),
Margit Kunc für die Grünen und Hubert
Lankes für die FW.
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Das Theater
Regensburg wird nie in die überregionale Presse
eingehen, meinte am 19.11.2007 der jetzt nun
endlich zu Posten und Titel gekommene Joachim Wolbergs.
Er irrt, denn gelegentlich gelingt es Herrn Dr.
Heldt mal eine Rezension in einer
Fachzeitschrift unterzubringen. Was nicht heißt,
dass der Inhalt des Beitrags zum Renommee des
Hauses beiträgt, selbst wenn er noch so geschönt
ist.
Dass die Regensburger
Spielstätte für das wirklich interessierte
Publikum nichts bietet, liegt auch an dem
Nichtzusammenpassen des Spielplanes mit den
Möglichkeiten des Hauses, aber auch am
Engagement von Regisseuren und Ausstattern, die
letzteren kommen mit dem Budget kaum aus - den
ersteren fällt nichts ein bzw. flüchten sich in
Deutungen, die am Stück und dann auch am
Publikum vorbeigehen.
Beispiele im Musiktheater: 'Fidelio', 'Carmen',
'Holländer', 'Norma'.
Hinzu kommt, dass die Stücke nicht besetzt
werden können.
Eklatantestes Beispiel Hebbels 'Maria Magdalena'
- da stimmte nun nichts.
Regie, Bühnenbild ein Fiasko und die Besetzung
der Rollen völlig außerhalb jeder Diskussion.
Hier ist also die Leitung des Hauses gefragt,
das Programm so zu gestalten, dass er auch
gespielt werden kann.
Das große Manko des Oberpfälzer
Metropol-Theaters Regensburg ist die finanzielle
Ausstattung, so dass für das Musiktheater quer Beet immer nur Sänger
mit Stückverträgen engagiert werden, die
günstig zu haben sind, meist aber gerade nur so
über die Runden d.h. das Stück kommen.
Warum eine 'Norma', wenn ich kein Geld habe,
eine adäquate zu engagieren. Pollione - irgendwo
hergeholt. Der funktioniert ja wenigstens noch.
Die kommende 'Manon' - kein Des Grieux am Haus.
Erst war ein Südafrikaner vorgesehen, jetzt wird
es wieder ein Asiate.
Und wer soll André Chenier sein?
Deutsche Spieloper ist nicht möglich, denn ein
Herr 'Chin-Chin-Chinaman' als Belmonte oder
Tamino oder Lyonell oder Fenton oder - oder -
oder? Ist so ja wohl nicht einmal in Regensburg
vorzeigbar.
Sieht man von den zu singenden Tönen einmal ab,
das müsste ja wenigstens funktionieren, aber wie
soll einer aus dem Fernen Osten die deutschen
Texte 'rüberbringen', hat er sich nicht jahrelang
mit der Sprache beschäftigt?
Nun erhebt sich die Grundsatzfrage, wie kann
ein Josef Zimmermann oder ein Erich Tahedl diese
Missstände am Theater Regensburg aufheben, alle wollen doch für
das Wohl der Stadt tätig sein.
Und das Ansehen
dieser ist direkt proportional zur Leistung des
Theaters am Bismarckplatz.
Oder Margot Neuner?
Frau Kunc war immerhin bereit, zuzugeben, dass
die Aktion "Wer dafür ist, stimmt mit nein, dafür
setzen wir uns ein" - ein Schuss in den Ofen war
und dass die Entwürfe Stadthalle am Donaumarkt,
Anfang 2005 zur Präsentation vorgesehen, wegen
Scheußlichkeit der Bevölkerung nicht gezeigt
werden durften.
Der einzige, dem der
Abonnent und 'normale' Zuschauer etwas zutrauen
darf, ist Hubert Lankes - zumal er den
Regensburger Theaterdirektor besonders 'liebt'.
Aber wie zitiert Frau Böken am 9. Mai 2008 in der MZ in Bezug auf die Aufsichtsrats-
oder Verwaltungsratsposten
so schön:
Schwarz-Rot: "Raffkes, wenn es ums Geld geht"

Regensburg
FMeldung
vom 09.05.2008, 18:34 Uhr
Aufsichtsrat: Lukrativer Posten für
Stadträte
Erbittert wurde die Debatte darüber
geführt, nach welchem Verfahren die
Verwaltungs- und Aufsichtsratsposten
vergeben werden. Sollte es dabei gar
nicht vorrangig um bürgerschaftliches
Engagement gehen sondern um schnöden
Mammon?, fragte sich die MZ und besorgte
sich die aktuellen Zahlen der
Aufwandsentschädigungen. Wer im
Verwaltungsrat der Sparkasse sitzt,
erhält zu seinem Stadtratssalär von
monatlich 631 Euro eine monatliche
Vergütung von 715 Euro. Dafür muss er
sich mit 30 Euro Sitzungsgeld
bescheiden. Wer Rewag-Aufsichtsrat ist,
bekommt zwar nur 1227 Euro im Quartal,
dafür aber 200 Euro zusätzlich für jede
Sitzung.
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Fhttp://www.telezeitung-online.de/Kommentar_'Regensburger_Wochenschau_22.02.2008'.htm

Nr. 108 - 9. Mai 2008 - Seite 39
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BayernLB
Faltlhausers Warnungen
Für Ministerpräsident Beckstein und CSU-Chef
Huber wird es eng.
Ex-Finanzminister Faltlhauser hat bereits im
Sommer 2007 den Landtag
über die Risiken zu den US-Hypothekengeschäften
informiert.
Eine Wortmeldung, die das Führungsduo nun in
Erklärungsnot bringen.
Von Klaus Ott
http://www.sueddeutsche.de/bayern/artikel/226/173710/
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Der Verwaltungsrat der Bayerischen Landesbank
Donnerstag, 8. Mai 2008. Von Uli Wittmann
http://www.regensburg-digital.de/politik/gut-dotiertes-unwissen-die-bayernlb-und-verwaltungsrat-hans-schaidinger/Die Bayerische Landesbank (BayernLB) und ihr Verwaltungsrat, dem auch Hans Schaidinger angehört, kommen aus den negativen Schlagzeilen nicht heraus. Die Pressemitteilung vom 7. Mai liest sich auf den ersten Blick erfreulich. „ BayernLB operativ gut gestartet“, heißt es da. Doch nur drei Zeilen weiter gesteht die Bank des Freistaates ein: „Wertkorrekturen drücken Ergebnis vor Steuern auf Minus 770 Millionen Euro“. Zum Vergleich: 2007 standen 64 Millionen Euro Gewinn im ersten Quartalsbericht der BayernLB. Bei dem Verlust von 770 Millionen Euro handelt sich nicht um ein Jahresergebnis, sondern um das erste Quartal 2008. Das Minus ist ein Ergebnis der Immobilienkrise in den USA. Dort war und ist auch die Bayerische Landesbank engagiert. Die Steuerzahler werden dieses Missmanagement bezahlen müssen. Der handelnden Vorstand wird – trotz des Verlustes von 770 Millionen Euro – im Amt bleiben. Im Gegensatz zu Banken – die Aktiengesellschaften sind – braucht der Vorstand der BayernLB keine Hauptversammlung zu fürchten. Berufen werden die Vorstandsmitglieder nämlich vom Verwaltungsrat.
Verwaltungsrat versagt als Kontrollorgan
Dieses Organ der BayernLB hat unter anderem die Aufgabe, die Richtlinien der Geschäftspolitik der Bank zu beschließen und die Arbeit des Vorstandes zu überwachen. So steht es zumindest im Bayerischen Landesbank Gesetz. Zumindest einen Verlust von 1,9 Milliarden Euro räumte der CSU Chef und BayernLB Verwaltungsrat Erwin Huber mittlerweile ein. Offensichtlich hat der Verwaltungsrat als Kontrollorgan versagt und mit ihm seine Mitglieder. Wenn die Verwaltungsräte verantwortungsvoll die Richtlinien der Geschäftspolitik der Bank beschließen, hätten sie ein Engagement auf dem hoch spekulativen US-Immobilienmarkt ablehnen müssen. Jetzt die Unwissenden zu mimen und öffentlich abzutauchen, ist ein bedauerliches Schauspiel.
Ein weiteres Kompetenzfeld des Verwaltungsrates ist es, den Umfang der Kredithöhe festzulegen. Ohne Kenntnisnahme oder Zustimmung durch dieses Gremium geht nichts. Auch hier hielt sich der Verwaltungsrat der BayernLB vornehm zurück. Wer nichts weiß, macht keine Fehler. Dabei steht doch auf Seite 6 der „Corporate Governance-Grundsätze“ der BaynernLB: „Die ausreichende Informationsversorgung des Verwaltungsrats ist gemeinsame
Aufgabe von Vorstand und Verwaltungsrat.“
Allzu ernst scheint man diese hehren Grundsätze nicht genommen zu haben. Überall sind Unwissende.
Fmehr
Nr. 108 - 6. (7.) Mai 2008 - Seite 45
BayernLB
http://www.sueddeutsche.de/bayern/artikel/758/173244/Faltlhauser war früh alarmiert
Der ehemalige Finanzminister Kurt Faltlhauser meldet sich in der BayernLB-Affäre zu Wort: Er habe die Risiko-Anlagen schon im August 2007 für "dringend erklärungsbedürftig" gehalten.
Von Klaus Ott