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Thema des Tages
'Nozze_di_Figaro'
... am 01.
März 2026 an der Nds. Staatsoper Hannover
Die Wiederaufnahme von „Nozze di Figaro“ am 1. März 2026 an der
Niedersächsischen Staatsoper Hannover wirft einen Schatten auf
die künstlerische Ausrichtung und die Besetzungsentscheidungen
des Hauses.
Dem Ensemble und der Technik doch noch einige Proben für diese
WA der Produktion zur Verfügung zu stellen, ist ‘in höchstem
Grade erfreulich‘, dokumentiert jedoch gleichzeitig Fragen zur
Qualität und zur künstlerischen Integrität, die in der aktuellen
Theaterlandschaft von großer Relevanz sind.
Die Theaterleitung hat mit der Entscheidung, Anfängern die Bühne
für große Rollen zur Verfügung zu stellen, einen mutigen Schritt
gewagt, der sowohl Anerkennung als auch Kritik nach sich zieht.
Während es in anderen Städten wie Saarbrücken, die als weniger
zentral gelten, möglicherweise als Chance gewertet werden kann,
Debütanten eine Plattform mit tragenden Rollen zu bieten, ist
dies in Hannover, der Landeshauptstadt Niedersachsens, ein
zweischneidiges Schwert. Die Erwartungen an eine erste Bühne
sind hoch, und die Besetzung der Rollen sollte diesem Anspruch
gerecht werden.
Die lässt bei ‘Gräfin‘, ‘Graf‘ und ‘Figaro‘ bereits im Vorfeld
Zweifel aufkommen. Die schauspielerische und stimmliche Eignung
der Darsteller spielt eine entscheidende Rolle, um die komplexen
Charaktere und deren Beziehungen zueinander glaubwürdig
darzustellen. Während die ‘Gräfin‘ als ‘kissenwerfendes
Wonnepüppchen‘ in ihrer schauspielerischen Ausführung als
ehemaliger ‘Barbier-Rosina‘ 'entzückt', bleibt bei ihr die
Darstellung des Melancholischen und die der Kränkungen auf der
Strecke. Auch die Anforderungen der Rolle in stimmlicher
Hinsicht weisen auf eine unzureichende Berücksichtigung der
vorhandenen Möglichkeiten bei der Besetzung hin. Die 'Gräfin'
sollte ein gereifter jugendlich-dramatischer Sopran und keine
mittelgealterte Zwitscher-Soubrette sein.
Die Vorstellung am 1. März 2026 wird daher nur als nicht
ausreichend durchprobierte Wiederaufnahme eines klassischen
Werkes mit für das Publikum zum Zeil komplizierter
Personenführung (gerade 3. Akt, Nr. 17 und 18), sondern auch als
ein Indikator für den gegenwärtigen Zustand der
Niedersächsischen Staatsoper unter Bodo Busse und Stephan Zilias
gesehen. Die musikalische Qualität, die sich in dieser
Aufführung widerspiegelte, wurde als höchstens vergleichbar mit
einer Hochschulproduktion mittleren Semesters wahrgenommen. Dies
wirft – wie schon beim jetzt ganz schnell – nach nur wenigen
Vorstellungen - abgesetzten ‘Lohengrin‘ - Fragen zur
künstlerischen Vision und zur langfristigen Strategie des Hauses
in Besetzungsfragen auf. Die Herausforderung, sowohl junge
Talente zu fördern als auch die Erwartungen selbst bei einem nur
noch halbgebildeten heutigen Publikum zu erfüllen, ist eine
Gratwanderung, die mit Bedacht und Weitblick - auch im Sinne der
der Fürsorgepflicht - angegangen werden muss. Ein irgendwo mal
gesungener 1. Akt 'Walküre' kann nicht automatisch einen 'Max'
in HAM und dann einen 'Lohengrin' in HAJ nach sich ziehen.
Kürzlich scheiterte Dr. Klügl bei der Besetzung seines ‘Tamino‘
oder 2014 mit der Auswahl seines Regieteams ‘Tosca‘ mit den
Damen Alexandra Szemerédy und Magdolna Parditka, die jetzt bei
Tobias Kratzer in Hamburg ‘Ruslan und Ludmilla‘ machen durften.
So bleibt zu hoffen, dass die Niedersächsische Staatsoper
Hannover in Zukunft die Balance zwischen Innovation und
künstlerischer Exzellenz findet, um den Restansprüchen des
heutigen Publikums gerecht zu werden und um sich, unter dem
jetzigen ‘Theaterdirektor‘ Bodo Busse und einer noch zu
findenden musikalischen Oberleitung, als bedeutende Akteure in
der Opernlandschaft des deutschsprachigen Raums zu
positionieren.
So – wie mit diesem ‘Lohengrin‘, diesem ‘Giovanni‘ mit der
‘Malerin Klecksel‘ als dramaturgischem Element und dieser
‘Nozze‘ - wird das jedenfalls nichts.
Die neu aufgenommene ‘Turandot‘ scheint ja auch nur eine
orchestrale 'Krawallschachtel' geworden zu sein. Ganz vorsichtig
äußert sich hier Stefan Arndt von der HAZ zu diesem Thema.
Vielleicht tröstet uns ‘Penthesilea‘ am 14. April 2026 über das
Elend hinweg.
Und dann kommt ‘Der Troubadour‘.
Na, das wird - unter dieser Theaterleitung - was werden!
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