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Thema des Tages
'Emilia Galotti'
... am 13.
März 1771 uraufgeführt
In
Braunschweig wird Gotthold Ephraim Lessings Schauspiel Emila
Galotti uraufgeführt.
Das bürgerliche Trauerspiel - ähnlich Schillers 'Kabale und
Liebe' von 1784 - zeigt die Spaltung der Gesellschaft in Adel und Bürger
im 18. und 19. Jahrhundert.
Der Absolutismus gibt denen 'von Gottes Gnaden' alle
Möglichkeiten der Verwirklichung in jeder Hinsicht -
Leidtragende sind vornehmlich die Frauen, die bildungs- und
rechtlos den Übergriffen der Machthaber ausgesetzt werden.
Emilia, die in ihrer - von ihr selbst befürchteten -
Verführbarkeit zwischen Vater mit seinen Tugendvorstellungen und
dem Prinzen steht, gibt in 'Kabale' der alte Miller vor, wie ein
gesellschaftliches Leben in der damaligen Zeit abzulaufen habe,
wonach Luise nicht nach höherem Stande - Ferdinand von Walter,
der Major, Sohn des Präsidenten eines deutschen Fürsten -
greifen darf.
In einer Inszenierung der 'Emilia Galotti' von 1970 streicht
Fritz Kortner als Regisseur die Schuld Odoardos heraus, Emilia
schwankt zwischen Liebe für den Prinzen und den
Moralvorstellungen des Vaters. Sie gibt aber am Ende diesen
Gedanken nach, erinnert den Vater an den Vater Virginias in der
römischen Sage, worauf Odoardo die eigene Tochter ersticht.
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