Zur Meinungsfreiheit westlicher Gesellschaften 
zählt das Recht zur missverständlichen Überzeichnung.
   
04.01.2010 - dradio.de

 

 

 


Thema des Tages


'Emilia Galotti'
 

   ... am 13. März 1771 uraufgeführt
 

In Braunschweig wird Gotthold Ephraim Lessings Schauspiel Emila Galotti uraufgeführt.

Das bürgerliche Trauerspiel - ähnlich Schillers 'Kabale und Liebe' von 1784 - zeigt die Spaltung der Gesellschaft in Adel und Bürger im 18. und 19. Jahrhundert.

Der Absolutismus gibt denen 'von Gottes Gnaden' alle Möglichkeiten der Verwirklichung in jeder Hinsicht - Leidtragende sind vornehmlich die Frauen, die bildungs- und rechtlos den Übergriffen der Machthaber ausgesetzt werden.

Emilia, die in ihrer - von ihr selbst befürchteten - Verführbarkeit zwischen Vater mit seinen Tugendvorstellungen und dem Prinzen steht, gibt in 'Kabale' der alte Miller vor, wie ein gesellschaftliches Leben in der damaligen Zeit abzulaufen habe, wonach Luise nicht nach höherem Stande - Ferdinand von Walter, der Major, Sohn des Präsidenten eines deutschen Fürsten - greifen darf.

In einer Inszenierung der 'Emilia Galotti' von 1970 streicht Fritz Kortner als Regisseur die Schuld Odoardos heraus, Emilia schwankt zwischen Liebe für den Prinzen und den Moralvorstellungen des Vaters. Sie gibt aber am Ende diesen Gedanken nach, erinnert den Vater an den Vater Virginias in der römischen Sage, worauf Odoardo die eigene Tochter ersticht.

 

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Als Zeitungs- / Theater-Abonnent und Abnehmer von voll bezahlten Eintrittskarten aus dem freien Verkauf verstehe ich diese Besprechungen und Kommentare nicht als Kritik
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Hierfür nehme ich den Kunstvorbehalt nach Artikel 5, Grundgesetz, in Anspruch.

Dieter Hansing