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Thema des Tages
Henrik Ibsen
.... am
20. März 1828 geboren
Wie Hebbel und Strindberg beschäftigte sich Ibsen mit der sozialen Lage der
Menschen im 19. Jahrhundert.
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Zitat
Ibsen vertrat im «bürgerlichen« 19.
Jahrhundert einen anarchistischen Individualismus. Er sprengte
die überkommene Bühnenästhetik, indem er »wirkliche Menschen»
auf die Bühne brachte: eingesperrte Lebendigkeiten in
bürgerlichen Innenräumen.
Schwer lastet die Vergangenheit auf der jeweiligen Gegenwart
seiner straff konstruierten Stücke - nach und nach enthüllt
durch die analytische Dramentechnik der Retrospektive.
Oft
schürzen »vertuschte« bzw. verdrängte erotische oder gesetzliche
Fehltritte in der Vergangenheit den dramatischen Knoten:
Sehnsüchte hinaus aus den eingefahrenen Verhältnissen.
Die
Tragödie hat sich bei Ibsen im Plüschsalon verkrochen, wo Tragik
ihre alte Fallhöhe verliert - aber darin eben liegt die Tragik
in der beginnenden Moderne: sie tendiert zur Farce.
Auf Ibsens
symbolisch unterwanderten Realismus beriefen sich Naturalisten
und Neuromantiker. Formen des Expressionismus (»Stationendrama«),
der antibürgerlichen Groteske und des absurden Theaters sind in
Ansätzen vorweggenommen.
Zitatende
Klaus Völker: 'Werke, Inszenierungen und Autoren'
Quelle: Schauspielführer - Bassermann Verlag
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Im Gegensatz zu Strindberg stellte er sich
auf die Seite der Frau und schildert deren Stand in der Gesellschaft. In
Skandinavien sehr angefeindet, lebte er mehr als 20 Jahre in
Deutschland.
Die Eröffnung der Freien Bühne in Berlin unter der Leitung von Otto
Brahm fand am 29. 9. 1889 mit Ibsens 'Gespenster' statt.
Der Theaterverein 'Freie Bühne', war in Berlin gerade von
Theaterkritikern neu gegründet worden. Er unterlag nicht mehr den
Auflagen der Zensur und sah sich der Aufführung sozialkritischer Dramen
der Naturalisten verpflichtet.
1894 übernahm Brahm die Leitung des 'Deutschen Theaters' und machte
Hauptmann zu seinem Hausdichter. So folgte hier die Uraufführung von
Hauptmanns 'Vor Sonnenaufgang'.
Kritik_'Nora_oder_Ein_Puppenheim'_Theater
Regensburg.htm
Kritik_'Hedda_Gabler'_Schaubuehne_am_Lehninerplatz.htm
Kritik_'John_Gabriel_Borkmann'_Schaubuehne_am_Lehninerplatz
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Um 'Missverständnisse' zu vermeiden:
Als Zeitungs- / Theater-Abonnent und Abnehmer von voll bezahlten
Eintrittskarten aus dem freien Verkauf verstehe ich
diese Besprechungen und Kommentare nicht als
Kritik
um der Kritik willen,
sondern als Hinweis auf - nach
meiner Auffassung -
Geglücktes oder Misslungenes.
Neben Sachaussagen enthalten diese Texte auch Überspitztes
und
Satire.
Hierfür nehme ich den Kunstvorbehalt nach Artikel 5,
Grundgesetz, in Anspruch.
Dieter Hansing
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